Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Corona Virus: Was tun bei Verdacht? Was tun bei Pflege im häuslichen Umfeld?

GRIPPE ODER CORONAVIRUS?
Wichtig: Wenn Sie Beschwerden wie z.B. Husten, Schnupfen, Fieber haben, ist das Risiko, dass Sie mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sind, laut Robert Koch-Institut zum aktuellen Zeitpunkt gering, aber ansteigend. Wahrscheinlicher ist momentan, dass Sie an einer Grippe oder Erkältungskrankheit leiden. Wenn Sie Beschwerden haben, gehen Sie bitte nicht direkt in Ihre Hausarztpraxis, sondern telefonieren zunächst, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Was ist das Coronavirus?
Seit Dezember 2019 sind in China, inzwischen auch in Europa und den USA vermehrt Fälle von Atemwegserkrankungen durch SARS-CoV-2 aufgetreten (Erkrankungsname: Covid-2019). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nachgewiesen; eine Ansteckung ist bereits vor Beginn der Beschwerden möglich.
Nach einer Inkubationszeit von 2-14 Tagen können Beschwerden auftreten, die stark an eine Grippe oder eine Bronchitis erinnern, z.B. u Fieber; u Husten; u Atemnot.

Bin ich am Coronavirus erkrankt?
Eine Erkrankung sollte abgeklärt werden, wenn Sie Atemwegs- oder Allgemeinbeschwerden (z.B. Fieber, starke Abgeschlagenheit) haben
UND
bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn entweder in einem Risikogebiet waren (China, andere südostasiatische und zunehmend auch europäische Länder) oder Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall hatten.
u Melden Sie sich in diesem Fall telefonisch bei dem nächstgelegenen Gesundheitsamt (Gesundheitsamt-Suche nach PLZ: https://tools.rki.de/plztool/) oder in Ihrer Hausarztpraxis.

Wie kann ich mich schützen?
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen helfen sowohl vor der Ansteckung mit Grippeviren als auch vor dem SARS-CoV-2-Virus:
häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife oder Händereinigung mit einem alkoholischen Gel (in kleinen Fläschchen in jedem Drogeriemarkt erhältlich) 

“korrektes” Husten/Niesen mit einem Taschentuch vor Mund und Nase und danach Entsorgung im Abfalleimer ODER Husten/Niesen in den oberen Teil des Ärmels (um ständig einge- setzte Handflächen nicht zu benetzen)
Halten Sie Abstand von erkennbar erkrankten Personen
Das Tragen von Schutzmasken ist z.Zt. nicht sinnvoll. 

Reisen 

Von Reisen nach Südostasien und andere betroffene Länder rät das Auswärtige Amt derzeit ab. Lesen Sie dessen Empfehlungen unter https://www.auswaertiges-amt.de/de. 
Sind Sie kürzlich aus solchen Ländern nach Deutschland zurückgekehrt und haben Atemwegs- bzw. Allgemeinbeschwerden oder waren Sie mit erkrankten Personen zusammen, nehmen Sie telefonisch Kontakt auf – mit dem nächstgelegenen Gesundheitsamt (Suche nach PLZ: https://tools.rki.de/plztool/) oder mit Ihrer Hausarztpraxis. 
Das Bundesgesundheitsministerium hat ein Bürgertelefon unter der Tel. Nr. 030-346 465 100 ein- gerichtet (erreichbar Montag – Donnerstag [8 – 18 Uhr] und Freitag [8 – 12 Uhr]). 

Stand: 27. Februar 2020
Ursprungsversion: Jana Kötter www.hausarzt.digital, Überarbeitung: Michael M. Kochen
Kontakt: DEGAM-Bundesgeschäftsstelle; Tel.: 030-209669800; E-Mail: geschaeftsstelle@degam.de 


Handlungsempfehlung: Häusliche Isolierung von COVID-19-Verdachtsfällen mit leichtem Krankheitsbild
Unterbringung des Patienten in separatem, gut durchlüftetem Einzelzimmer.

Patient sollte sich nicht in gemeinschaftlich genutzten Räumen aufhalten. Falls unvermeidlich, für 
eine gute Durchlüftung dieser Räume sorgen(z.B. mit offenem Fenster).

Es sollte keine weitere Person im Zimmer des Patienten schlafen. Falls unvermeidlich, sollte der Patient in einem Einzelbett mit mindestens einem Meter Abstand zum nächsten Bett schlafen.

Anzahl pflegender Kontaktpersonen möglichst gering halten. Idealerweise übernimmt eine einzige Person die Pflege. Sie sollte in einem guten Gesundheitszustand, frei von chronischen Erkrankungen und nicht immungeschwächt sein.

Solange Krankheitssymptome und/oder Ansteckungsgefahr bestehen, sollte der Patient keine Besucher empfangen.

Besorgen Sie sich ein in Drogerie-Discountern oder Apotheken erhältliches Händedesinfektionsmittel mit viruzider Wirkung (Gel oder Spray auf Alkoholbasis) und platzieren Sie es gut erreichbar am Ausgang des Patientenzimmers.

Nach jeder Art von Kontakt mit dem Patienten oder seiner unmittelbaren Umgebung sowie beim Verlassen des Patientenzimmers: Händedesinfektion durchführen (3ml Lösung auf die Handflächen, mind. 30 Sekunden einreiben)

Alle Familien- und Haushaltsmitglieder sollten generell besonders penibel auf eine einwandfreie Hygiene achten (Händewaschen nach jeder Verunreinigung, vor und nach der Essenzubereitung, nach Mahlzeiten, nach Toilettengang). Beim Einkaufen und anderen Erledigungen. Handschuhe tragen und Türen/Türklinken möglichst mit dem Ellbogen öffnen. Baumwollhandschuhe täglich waschen/wechseln.

Nach dem Händewaschen Hände möglichst mit Papier- oder Einmalhandtüchern abtrocknen.

Patient sollte möglichst dauerhaft eine Atemschutzmaske tragen, die Mund und Nase abdeckt. Falls die Maske nicht toleriert wird oder keine Maske verfügbar ist, Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit Papiertüchern oder Taschentüchern bedecken (anschließend entsorgen).

Im Patientenzimmer sollte die Pflegeperson – falls toleriert – eine Atemschutzmaske tragen, zusätzlich Einmal-Handschuhe um sich vor einer Kontamination mit Körpersekreten zu schützen.

Atemschutzmasken sollten nur an den Halterungen berührt werden und entsorgt/gewechselt werden, sobald sie durchfeuchtet oder verschmutzt sind.

Atemschutzmasken und Einmal-Handschuhe sollten nicht wiederverwendet werden. Nach jedem Abnehmen von Maske und Handschuhen sollten die Hände desinfiziert werden.

Patient sollte ein ausschließlich von ihm genutztes Geschirr und Besteck benutzen, das regelmäßig gespült und nur von ihm selbst wiederverwendet wird.

Falls der Haushalt über zwei Toiletten verfügt, sollte eine davon ausschließlich dem Patienten zur Verfügung stehen.

Oberflächen im Patientenzimmer (z.B. Nachttisch, Bettgestell, Türgriff) regelmäßig reinigen – Bad und Toilettenoberflächen mindestens einmal täglich.

Zum Reinigen von Oberflächen zunächst ein handelsübliches Reinigungsmittel und anschließend ein viruzid wirksames Flächendesinfektionsmittel anwenden, das in Drogerie-Discountern oder Apotheken erhältlich ist. Bei der Reinigung sollte eine Maske und Handschuhe getragen werden.

Waschen Sie Kleidung, Bettwäsche und Handtücher des Patienten mit normalen Waschmitteln bei 60 – 90 °C. Verunreinigte Wäsche in einem Wäschebeutel sammeln und so wenig wie möglich berühren (am besten unter Verwendung von Einmalhandschuhen)
Handschuhe, Masken und andere Hygieneabfälle im Zimmer des Patienten in einem verschließbaren Behälter sammeln und anschließend als infektiösen Abfall entsorgen.