Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Gastritis - Magenschleimhautentzündung

Magendruck, Völlegefühl, Unwohlsein,…ganz unspezifische Beschwerden können auf eine Gastritis, eine Entzündung der Schleimhaut des Magens hinweisen. Die Diagnose ist gar nicht so selten und kann bei Menschen in jedem Alter vorkommen. Vielleicht haben Sie selber schon einmal darunter gelitten, oder Sie kennen es aus dem Familien oder Bekanntenkreis.

Die Magenschleimhaut besitzt eine besondere Zusammensetzung, denn – anders als in anderen Organen – ist sie einer eigentlich ungesunden Flüssigkeit ausgesetzt: der Magensäure. Erstaunlicherweise wird diese stark ätzende Flüssigkeit von uns selber, d.h. von Zellen unserer Magenschleimhaut hergestellt. Die Aufgabe der Magensäure (übrigens ihre Zusammensetzung: hochkonzentrierte Salzsäure) besteht einerseits darin, an der Verdauung mit zu wirken und Speisen zu zersetzen und andrerseits eindringende Keime – z.B. Bakterien oder Viren – abzutöten.

Eine gesunde Magenschleimhaut leidet nicht unter der Säure, denn sie besitzt eine starke Schutzschicht. Unangenehm wird es, wenn diese Schutzschicht zerstört wird und die Salzsäure in Kontakt mit den Schleimhautzellen kommt: eine Entzündung entsteht. Ein solcher Vorgang kann ganz akut einsetzen, dann klagen die Patienten oft über abrupt auftretende Magenschmerzen, oft über einen unangenehmen Geschmack im Mund, über Magendruck, Übelkeit und wenig Appetit, eventuell über Erbrechen und Aufstoßen. Bei einer chronischen Entzündung sind die Symptome eher Blähungen, Völlegefühl, verminderter Appetit, eventuell Sodbrennen und Magendruck.

Aber warum geht die Schutzschicht des Magens kaputt? Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Gastritis hervorrufen können. Eine bekannte, aber eher seltene Ursache ist eine Autoimmunerkrankung, bei der selbst gebildete Antikörper die Zellen des Magens angreifen.

Viel, viel häufiger sind aber die anderen Formen:
die durch Bakterien verursachte Gastritis: Helicobacter pylori Bakterien können – anders als die meisten anderen – Bakterien in der Säure überleben und die Schleimhaut angreifen.
durch chemische Substanzen ausgelöste Gastritis: besonders Schmerzmittel und Kortisonpräparate besitzen die Fähigkeit die Magenschleimhaut anzugreifen (daher sollen diese Medikamente meist nach dem Essen eingenommen werden). Allerdings besitzen auch gewisse Genussmittel die Fähigkeit die Schleimhaut anzugreifen: Alkohol, Nikotin und Koffein .
durch seelischen Stress ausgelöste Gastritis.

Jede dieser Ursachen führt zum gleichen Resultat: die schützende Schleimschicht des Magens wird zerstört, die Säure kommt in Kontakt mit den Zellen und produziert eine Entzündungsreaktion. An diesem Punkt greifen auch die chemischen Medikamente an. Sie hemmen die Säureproduktion des Körpers und gewähren den Zellen Zeit zur Regeneration der Schutzschicht.

So weit so gut. Leider kommen auch diese Medikamente nicht ohne Nebenwirkungen aus. Obwohl, eigentlich ist der unangenehme Effekt eng verbunden mit der Wirkung. Wenn keine Säure mehr gebildet wird, wird der Speisebrei natürlich nicht mehr sauer. Leider sind aber die Funktionen unseres Dünndarmes (dort werden die meisten Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen) am besten, wenn die die Nahrung mit Säure zersetzt ist. Daher kann – bei langfristiger Einnahme der sogenannten Säureblocker – die Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen herabgesetzt sein.

Aber genau die benötigen wir für eine gesunde Magenschutzschicht. Daher ist es sinnvoll, die Einnahme der Säureblocker möglichst kurz zu halten. Natürlich heißt das dann, dass die Art der Ernährung vielleicht angepasst werden muss. Weniger oder besser kein Kaffee, kein Alkohol, kein Nikotin. O.k. das fällt den meisten Betroffenen noch relativ leicht, denn die Wirkung spürt man sofort. Wichtig sind aber auch: regelmäßige, kleine Mahlzeiten, keine Kohlensäure haltigen Getränke, möglichst wenig tierische Fette, kein Zucker, kein scharf gewürztes Essen und – schwerer als man denkt! – das Essen in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre. Hilfreich können auch pflanzliche oder homöopathische Medikamente sein und natürlich die Zufuhr von Vitaminen (z.B.:Vitamin C, Folsäure, Beta Carotin, Vitamin A und Polyphenole aus grünem Tee).