Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Sonnenbrand

Nach einem langen Winter und einem verregneten Frühjahr freuen sich alle auf Sonne. Wir benötigen Sonne für unser Wohlbefinden, Sonnenlicht sorgt für angenehme Wärme, die Vitamin D Synthese in der Haut wird stimuliert, was gut für unsere Knochen ist und es werden Hormone wie z.B. Serotonin ausgeschüttet, die für Wohlbefinden und gute Stimmung sorgen. Sonnenschein ist also eigentlich etwas sehr positives, gibt uns Schwung und macht uns ein klein wenig glücklich. Ein Sommer ohne Sonne ist kein richtiger Sommer!

Sonne ist jedoch auch gefährlich, akut durch Sonnenbrand und langfristig durch die steigende Hautkrebsgefahr. Die Ozonschicht, die uns vor den schädlichen UV Strahlen schützt, wird bekanntlich immer dünner.

Verlauf

Eine Überdosis Sonne wird anfangs, also während des Sonnens, Badens, Wanderns, Fahrradfahrens oder anderer Aktivitäten nicht bemerkt. Die Haut beginnt erst 5 – 6 Stunden später sich zu röten und zu schmerzen.

Diese Rötung entspricht einem Entzündungsprozess in der Haut. Man teilt in Stufe 1 Hautrötung und Stufe 2 Rötung mit Blasenbildung ein.

Was tun kurzfristig?

Bei akutem Sonnenbrand ist Kühlung sinnvoll, sie lindert den Schmerz und die Entzündung. Aber Vorsicht: mit Coolpacks kann man sich Erfrierungen holen! Nie direkt auf die Haut legen! Immer beobachten!

Hausmittel wie Quarkumschläge sind auch sinnvoll. Bei Verwendung von Kamille und Aloe Vera sind evtl. allergische Reaktionen möglich, ansonsten kann man damit auch versuchen zu kühlen. Bei starken Schmerzen, großen Blasen oder gar Fieber sollten Sie einen Termin bei uns vereinbaren, damit über weitere Therapien entschieden werden kann.

Nach ein bis max. zwei Wochen ist der Sonnenbrand gewöhnlich abgeklungen. Während dieser Zeit sollte die Sonne gemieden werden.

Sonnenbrand sollten Sie grundsätzlich vermeiden

Sonnenbrand sollten Sie grundsätzlich vermeiden, denn die UV Strahlen führen zu einer Schädigung in der Erbsubstanz Ihrer Hautzellen. Der Körper verfügt zwar über Reparaturmechanismen, trotzdem kann aus solchen Schäden Hautkrebs entstehen.

Zusätzlich führt chronische UV-Exposition zur sogenannten „Photoalterung“ mit tiefen Falten, schlaffem Bindegewebe, Pigmentstörungen, ledriger und verletzlicherer Haut – wer will das schon!

Diese sonnenbedingten Folgeerscheinungen kommen nicht sofort, sie benötigen teilweise Jahre um sich zu entwickeln. Häufige Sonnenbrände in der Vergangenheit, insbesondere in der Kindheit, sind ein weiterer Risikofaktor für späteren Hautkrebs.

Wie schütze ich mich richtig?

Grundsätzlich kann Sonnenbrand immer entstehen, wenn man sich im Freien aufhält, auch bei Kälte, auch bei Bewölkung. Die sonnenentwöhnte Haut ist bei Urlaub in sonnigen Regionen, im Gebirge, Schnee oder auf dem Wasser besonders gefährdet.

Und Achtung: „Vorbräunen“ im Solarium nutzt nichts! Sie setzen sich dadurch nur zusätzlicher unnötiger UV Bestrahlung aus. Und dieses schädigende Mehr an Strahlung übersteigt den schützenden Effekt durch die erzielte Vorbräune.

Besonders gefährdet ist grundsätzlich die Haut von Kindern und Jugendlichen, Babys sollten der Sonne nicht direkt ausgesetzt werden. Sie benötigen einen besonders sorgfältigen UV Schutz. Ansonsten hängt die Sonnenempfindlichkeit der Haut vom Hauttyp ab.

Man unterscheidet:

• Heller Typ: typische Merkmale: Haare rot oder blond, Haut hell, Sommersprossen, Bräunungsverhalten: max. 5-10 Min Eigenschutz, Lichtschutzfaktor 30 erforderlich

• Mittlerer Typ: typische Merkmale: Haare blond oder braun, Haut hell, Bräunungsverhalten: max. 10-20 Min Eigenschutz, Lichtschutzfaktor 25 erforderlich

• Mischtyp: typische Merkmale: Haare dunkelbraun oder blond, Haut hellbraun, Bräunungsverhalten: max. 15-25 Min Eigenschutz, Lichtschutzfaktor 15 erforderlich

• Mediterraner Typ: typische Merkmale: Haare dunkel, Augen braun, Haut bräunlich, olivfarben, Bräunungsverhalten: max 20-30 Min Eigenschutz, Lichtschutzfaktor 15 erforderlich

• Dunkler Typ: typische Merkmale: Haare schwarz, Augen dunkel, Haut dunkel, Bräunungsverhalten: max. 60 Min Eigenschutz, Lichtschutzfaktor 15 erforderlich

Dies sind die allgemeinen Empfehlungen für Ihren Aufenthalt in der Sonne in den heißen Sommermonaten:

• Meiden Sie eine direkte Sonnenbestrahlung 2 Stunden vor und nach dem Sonnenhöchststand, halten Sie sich in angenehm kühlem Schatten auf.

• Verwenden Sie Lichtschutzpräparate mit richtigem Lichtschutzfaktor nach Hauttyp (siehe oben) und mit Wirksamkeit im UV A und UV B Bereich, die Sie bereits 30 Minuten vor der Sonnenexposition auftragen, benutzen Sie wasserfeste Lichtschutzmittel beim Baden

• Tragen Sie wenn sie nicht gerade baden lichtdichte Kleidung (Shorts und T-Shirts sollten mindestens sein) und Hüte mit breiter Krempe, Gesicht, Ohren und Nacken sollten im Schatten sein

• Nutzen Sie, wenn vorhanden, Sonnschirme oder den Schatten von Bäumen

• Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV 400 oder UV 100%, denn auf lange Sicht kann UV Strahlung auch zur Entstehung des grauen Stars beitragen

• Lassen Sie sich die Sonne durch diese Maßnahmen nicht verleiden aber seien Sie vorsichtig

Und ansonsten wünschen wir Ihnen viel Spaß und gute Erholung – und:
Lassen Sie sich nicht grillen!