Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Ausleitung, was ist das?

In der naturheilkundlichen Medizin hört man immer wieder und in ganz verschiedenen Zusammenhängen den Begriff Ausleitung oder Entgiftung.

So richtig darunter etwas vorstellen können sich aber die wenigsten und so werden diese Begriffe leicht als Spinnerei oder ähnliches abgetan. Dabei handelt es sich – wie bei vielen Dingen in der Medizin der Naturheilverfahren, die am richtigen Ort und zur richtigen Zeit angewendet werden – um sinnvolle und heilsame und obendrein gut verträgliche Verfahren, die unsere moderne Medizin und ihre Verträglichkeit unterstützen und ergänzen können.

Ausleitung oder noch häufiger das Wort „Entgiftung“ kann man in alten Abhandlungen der Medizin lesen, die zu einem Zeitpunkt entstanden, als man Viren, Bakterien etc. noch gar nicht kannte, sondern glaubte, dass Erkrankungen z.B. durch schlechte Luft (mal aria = durch schlechte Luft) entstehen. Die wenigen Therapieverfahren, die damals bekannt waren, zielten vorwiegend auf die Stärkung des kranken Körpers hin. Dabei hatte man die Vorstellung, dass man den Körper und seine Stoffwechselvorgänge unterstützen kann, die krank machenden Stoffe wieder los zu werden, also wieder „ hinaus zu leiten“.

Natürlich gibt es in der modernen Medizin weitaus genauere Beschreibungen. Trotzdem arbeiten die Naturheilverfahren immer noch mit dem Begriff der Ausleitung. Denn auch wenn wir die Ursachen und Abläufe von Erkrankungen inzwischen recht genau kennen und oft auch gezielt therapieren können, werden Körper und besonders unser Stoffwechsel oft über den Therapiezeitraum hinaus mit Stoffen belastet, die durch eine Erkrankung entstehen – z.B. Virus- oder Bakterienbestandteile, Abbauprodukte von Entzündungsmarkern des Immunsystems oder Hormonen und natürlich auch durch Abbauprodukte von Medikamenten.

An dieser Stelle greifen die Ausleitungsverfahren der modernen Naturheilverfahren an. Es handelt sich dabei vor allem um die Unterstützung der Körperorgane, die mit dem Abbau und der Ausscheidung von Molekülen belastet werden, also besonders Leber und Nieren, aber auch Darm und Haut und auch das Immunsystem.

Die Indikationen und jeweilige Zusammensetzung einer Ausleitungstherapie setzt sich je nach individueller Belastung und Erkrankung sowie unter Berücksichtigung individueller Körperstärken und Schwächen zusammen. Also ob und wann eine Ausleitungstherapie mit Tropfen, Spritzen oder Infusionen erfolgen sollte, wird ganz individuell entschieden.

Oft ist es sinnvoll bei folgenden Indikationen über eine Ausleitung nach zu denken:

  • Nach Therapien mit schwer verträglichen Medikamenten (z.B. Antibiotika, Schmerzmittel etc.)
  • Nach Infektionserkrankungen mit besonderer Organbeteiligung (z.B. Drüsenfieber, Hepatitis, Angina, Lungenentzündung, Nierenbeckenentzündung)
  • Bei Erkrankungen , die besonders die Organe belasten, die für die Ausscheidung von Fremd- und Giftstoffen zuständig sind, also bei Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Darmerkrankungen oder Hauterkrankungen
  • bei Erkrankungen mit chronischer Entzündung oder Reizung der Gelenke und Muskel, z.B. bei Arthritis, Arthrose, Fibromyalgie, rheumatischen Erkrankungen
  • chronischen Erkrankungen der Haut und Schleimhäute wie Neurodermitis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Mb. Crohn, Colitits), chronische Erkrankungen der Bronchien (Asthma, chronische Bronchitis)
  • bei chronischen Stoffwechselerkrankungen, z.B. bei der so genannten Polyneuropathie bei Diabetes mellitus