Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Darmerkrankungen Teil 2, Divertikel - Erkrankung

Unser Darm, immerhin bei Erwachsenen bis zu 6 Meter lang, besitzt einen komplexen Aufbau mit mehreren unterschiedlichen Abschnitten, die sich hinsichtlich der Funktion, der Besiedlung durch Mikroorganismen und des Aufbaus der Schleimhaut deutlich unterscheiden. Damit ändert sich auch die Häufigkeit und Form von Erkrankungen.
Eine recht häufige Erkrankung im Dickdarmbereich und besonders am Ende des Dickdarmes, dem sogenannten Sigma – Bereich, ist die Divertikulitis. Darunter versteht mann eine Entzündung der Darmschleimhaut in Ausstülpungen des Darmes. Aber wie kommt die dort hin?

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut nach außen, die im Laufe des Lebens entstehen. Ursache ist eine Bindegewebsschwäche dazu kommen ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Bewegung, Verstopfung, meisten besteht eine Kombination aus allem. Die Divertikel entwickeln sich in der Regel, wenn wir älter werden, da dann das Bindegewebe schwächer wird. Oft werden diese Divertikel zufällig bei der Darmspiegelung zur Krebsvorsorge ( ab 55 Jahre!) festgestellt. Bei den meisten Betroffenen bleiben die Divertikel zum Glück völlig harmlos; das heißt eventuell etwas leichter Blähungen und Durchfall als früher, aber sonst keine Probleme.

Bis zu 20 % der Divertikel-Träger können aber sehr wohl Beschwerden bekommen, ja sogar richtig schwer und sogar lebensbedrohlich erkranken. Diese Erkrankung heißt im Fachjargon „Divertikulitis“, und bezeichnet eine Entzündung. Die kleinen Aussackungen haben eine besonderes sensible Schleimhaut und wenn der Druck in den Divertikeln steigt z.B. durch Verstopfung, faserarme Kost oder harte und spitze Nahrungsbestandteile (z.B. Obstkerne), kann es zu Druckläsionen der Schleimhaut, zu bakteriellen Entzündungen bis hin zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung kommen.

Da die Divertikel am häufigsten im letzten Teil des Dickdarmes entstehen, sind die zum Teil sehr starken Schmerzen oft im linken Unterbauch zu spüren. Außerdem können die Betroffenen an Verstopfung und/oder Durchfall (also beidem!), Bauchkrämpfen, schmerzhaften Blähungen und Fieber leiden.

Zum Glück kann man bis zu 75% der Erkrankungen mit einer gezielten Antibiotika-Gabe und ggf. krampflösenden Mitteln behandeln. Bei einem Teil der Patienten entwickeln sich aber noch schwerere Symptome, die in ihrer Dramatik an eine Blinddarmentzündung erinnern. Durch die Entzündung der Darmwand können Perforationen, Bauchfellentzündung, Fisteln , Abszessen oder ein Darmverschluss entstehen, Komplikationen, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen mit Infusionen, manchmal sogar mit einer Notfall- Operation und Entfernung des befallenen Darmsegmentes.

Wichtig für die Nachbehandlung ist in leichten wie in schweren Fällen die richtige Ernährung. Im akuten Fall sollte erst einmal gefastet werden mit ausreichendem Trinken von Wasser und Tee, später kommt dann flüssige Kost, wie Suppen, dazu. Die Umstellung auf eine gesunde ballaststoffreiche Kost mit Obst, Gemüse und Vollkorn kann nach einer Entzündung nur langsam erfolgen, da die Schleimhaut sich zunächst erholen muss. Daher sollten zunächst leicht verdauliche Gemüsesorten bevorzugt werden, wie z.B. Karotten, Zucchini, Kürbis und auch Brokkoli. Blähende Gemüse wie Kohl sind zunächst zu meiden. Insgesamt gilt für Kohlsorten, Zwiebeln, Lauch und Hülsenfrüchte (Bohnen und Linsen): auf die eigene Verträglichkeit achten, d.h. bei schmerzhaften Blähungen weglassen!

Die Ernährungshinweise sowie die Empfehlung für ausreichend Bewegung ( fördert die Darmfunktion) und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ( ca. 1,5-2 Liter pro Tag) gelten sowohl für die Vermeidung einer Divertikelerkrankung generell, als auch für die Vermeidung eines Rezidives, denn immerhin erleiden bis zu 30% der Patienten eine erneute Entzündung der Divertikel.

Gerade diese Patienten profitieren zusätzlich zu den oben genannten Massnahmen von einer naturheilkundlichen Therapie der Darmschleimhaut mit mirkobiologischen Präparaten zum Aufbau des Darmflora, sowie pflanzlichen und mineralischen Substanzen für die Schleimhaut. Bitte sprechen Sie uns an!