Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Eisen

Eisen gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Körper. Als elementarer Bestandteil des Hämoglobins, des roten Blutfarbstoffes, ist Eisen für den Sauerstofftransport über das Blut in die Organe zuständig. Aber auch innerhalb der Muskelzellen ist ohne Eisen eine Energiegewinnung nicht möglich. Diese Funktionen bedingen daher auch das breite Spektrum an unspezifischen Symptomen, wenn Eisen einmal fehlt.

Zu den Beschwerden, die ein Eisenmangel auslösen kann, gehören Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit (sowohl im Alltag als auch beim Sport), Störungen der Konzentration und Aufmerksamkeit, Haarausfall, leichtes Frieren. Bei starkem Eisenmangel können sogar Erscheinungen wie restless legs (unruhige Beine), Atemnot, Herzklopfen bei leichtester Anstrengung, Wasser in den Beinen und Blässe auftreten.

Ein verminderter Eisengehalt kann im Blut gemessen werden. Für die Labordiagnostik sind zwei Untersuchungen entscheidend: einmal der rote Blutfarbstoff selber, so wie die Zahl und Form der roten Blutkörperchen und zum anderen das sogenannte Speichereisen (Ferritin). Je nach Befund und Ursache des Eisenmangels kommt als Therapie eine Ernährungsumstellung oder die Gabe von Eisenpräparaten in Frage.

Besonders gefährdet für einen Eisenmangel sind Kinder und Jugendliche während des Wachstums (wegen des erhöhten Bedarfes), Schwangere und stillende Mütter (sie geben einen Teil des Eisens weiter), Frauen allgemein durch den regelmäßigen Eisenverlust durch die Menstruationsblutung, alte Menschen (durch eine verschlechterte Resorption im Darm), Patienten mit Magen-Darm Erkrankungen, aber auch Sportler und Menschen, die regelmäßig Blut spenden. Für diese Gruppen ist eine ausgewogene, eisenhaltige Ernährung wichtig. Dabei müssen ein paar wesentliche Dinge berücksichtigt werden: 2-wertiges Eisen wird besser resorbiert. Es ist in hohen Konzentrationen in Fleisch, Fisch und Kakao enthalten. 3-wertiges Eisen wird schlechter aufgenommen, es ist in Vollkorn, Gemüse , Pilzen und Kräutern enthalten. Gewisse Begleitstoffe hemmen die Aufnahme von Eisen im Darm. Dazu gehört besonders das Tannin aus Kaffee, grünem und schwarzem Tee, aber auch Calcium und Phosphat. Vitamin C dagegen fördert die Aufnahme von Eisen in den Körper.

Da die Eisenkonzentrationen in Fleisch und Fisch am höchsten sind, müssen Menschen, die auf diese Lebensmittel verzichten, sich besonders auf die Zusammenstellung ihrer Ernährung konzentrieren. Vor allem Vollkornprodukte, Weizenkleie, Haferflocken, Hirse, Leinsamen, Quinoa und Amaranth , aber auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen sind gute Eisenlieferanten. Falls der Eisenbedarf nicht durch die Ernährung gedeckt werden kann, stehen eisenhaltige Säfte, Tropfen und Tabletten zur Verfügung.