Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Hautkrebs-Vorsorge

Reaktion auf eine zunehmende Bedrohung

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen ist weltweit am steigen. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 140 000 Menschen neu an dieser Erkrankung. Deshalb haben Sie jetzt auch in jeder gesetzlichen Krankenkasse Anspruch auf eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung zur Erkennung des Hautkrebses alle 2 Jahre ab einem Alter von 35 Jahren. Wir bieten für diese Untersuchungen spezielle Termine in unserer Praxis an. Sie sollten dazu bequeme Kleidung tragen, möglichst kein Make up tragen, es wird der gesamte Körper, auch der behaarte Kopf untersucht. In Verdachtsfällen organisieren wir für Sie die weitere schnelle Abklärung des Befundes.

Welches sind die Risikofaktoren für diese Erkrankung?
Eine entscheidende Rolle spielt hier die UV-Strahlung der Sonne und von Solarien. Besonders wichtig ist dabei die Exposition in der Kindheit. Hierbei entstehen vermehrt Pigmentmale und mit der Anzahl der Pigmentmale steigt z. B. das Melanomrisiko. Menschen mit mehr als 40 Pigmentmalen tragen ein 7- bis 15-fach erhöhtes Risiko, an diesem Hautkrebs zu erkranken. Aber auch in späteren Jahren schädigt die UV Strahlung das Erbmaterial und führt so zu einem erhöhten Risiko für Hautkrebs. Ein weiterer Risikofaktor ist der Hauttyp, hier kann man jedoch nur durch erhöhte Vorsicht und besseren Hautschutz mit z. B. Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor sowie Vermeiden von direkter Sonnenbestrahlung vorbeugen. Auch die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten, also Kortison, MTX und Ähnlichem zum Beispiel bei Rheumatikern oder Organtransplantierten Patienten führt zu einem erhöhten Risiko.

Ab einem Alter von 50 Jahren treten vermehrt die „hellen“ Hautkrebstypen also Basalzellkarzinom und spinozelluläres Karzinom auf. Prinzipiell können diese Hautveränderungen überall am Körper auftreten. Besonders häufig betroffen sind die sonnenexponierten Hautpartien, also Gesicht, Kopfhaut, Nacken und Hände. Man unterscheidet hierbei 3 Arten. Die häufigste Variante ist das Basalzellkarzinom. Es ist nicht pigmentiert und kommt sehr häufig im Gesicht vor. Es metastasiert nicht, wächst jedoch lokal stetig weiter, was bei einer späten Entfernung z.B. im Gesicht zu Problemen führen kann. Früherkennung ist also auch hier sehr wichtig. Die zweithäufigste Variante ist das so genannte spinozelluläre Karzinom, ebenfalls nicht pigmentiert. Es tritt zu 90% im Gesicht, an den Ohren, an der Unterlippe und an den Händen auf. Es metastasiert kaum. Es hat eine Vorstufe, die so genannte aktinische Keratose. Die dritte Variante stellt das maligne Melanom dar. Es ist pigmentiert, unregelmäßig begrenzt oder unregelmäßig gefärbt, teilweise erhaben, eventuell auch blutend. Es metastasiert. Als besonderes Risiko gilt unter anderem auch das Vorkommen von Melanomen bei Verwandten.

Was können Sie selbst tun?
An aller erster Stelle steht die Vermeidung von Sonnenbränden und längerer direkter UV Einwirkung. Helfen können die Anwendung von Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor, das Tragen von Sonnenhüten und bei extremer Sonneneinstrahlung entsprechende Bekleidung. Besonders zu schützen sind Kinder. Zu vermeiden sind lange Sonnenbäder – leider gerade im Urlaub, d.h. in einer anderen Sonnenintensität, als wir sie bei uns gewohnt sind.

Und Sie sollten natürlich die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung wahrnehmen!