Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Herzinsuffizienz

Herzschwäche (oder auf „medizinisch“ Herzinsuffizienz) gilt bei uns nicht unbedingt als eine sehr bekannte Erkrankung. Dabei ist sie weit verbreitet und verschlechtert in erheblichem Maße die Lebensqualität der Betroffenen.

Ursache einer Herzmuskelschwäche können eine koronare Herzerkrankung (Durchblutungsstörung der Herzkranzarterien), ein Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen aber auch Stoffwechselstörungen sein.

Bei einer Herzschwäche verliert der Herzmuskel langsam die Kraft, das Blut durch die Gefäße zu pumpen. Der Körper speichert dann die Flüssigkeit zum Beispiel in der Lunge oder in den Beinen. Frühzeichen einer Herzinsuffizienz, die Sie selber beobachten können, sind eine verminderte körperliche Belastbarkeit, Luftnot bei schwerer Arbeit und Wassereinlagerungen an Fußrücken, Knöcheln oder Unterschenkeln.

Aber meist kennt man diese Anzeichen „nur von der Oma“. Die Patienten selber sehen oft die Brisanz der Erkrankung nicht recht ein, denn mal ein wenig schlapp zu sein, dass kennt ja jeder!? Oft hören wir Erklärungen, wie: … das Essen zu mächtig,…zuviel Aufregung,…zu wenig geschlafen,….oder, oder, oder.

Wenn die Leistungsfähigkeit seines Herzens abnimmt, lässt die Leistungsfähigkeit jedes Menschen nach. Zunächst bemerkt man dies nur bei sehr starken Belastungen. Vielleicht lässt zum Beispiel die Kraft nach, einen Berg hinauf zu radeln. Unbehandelt wird sich die Herzschwäche aber in den meisten Fällen weiter verstärken und zunehmend im Alltag auftauchen: Treppen steigen wird schwerer, das Staubsaugen wird plötzlich zu anstrengend, die Beine wiegen Zentner und bei der Gartenarbeit fehlt die Luft auch für kleine Verrichtungen.

Allerspätestens jetzt sollten wir handeln! Eine Herzinsuffizienz lässt sich schon in der Hausarztpraxis mit relativ einfachen Untersuchungen (körperliche Untersuchung, Ruhe-EKG und Laborwerte des Blutes) feststellen. Auch die einleitende Therapie kann gleich hier beginnen. Wichtig ist vor allem anderen eine schnelle Entlastung des Herzens. Folgeerkrankungen, zum Beispiel an der Leber oder der Lunge, bessern sich dann ebenfalls.

Beim Kardiologen wird anschliessend eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt, um genau fest zu stellen, welche Teile des Herzens Unterstützung benötigen. Ist die rechte Herzkammer von der Muskelschwäche betroffen, staut sich das Blut in den Venen des gesamten Kreislaufsystems, besonders aber in den unteren Venen. Daher kommt es zu Schwellungen der Beine (Wasser in den Beinen) aber auch der Leber. Falls die linke Herzkammer betroffen ist, kann sich eine Stauung in der Lunge entwickeln, also „Wasser in der Lunge“ oder ein „ Lungenödem“. Bei der Therapie arbeiten wir mit zwei verschiedenen Systemen: Zum Einen versuchen wir mit „Wassertabletten“ die Menge der Flüssigkeit zu reduzieren und damit das Herz zu entlasten. Auf der anderen Seite gibt es Medikamente, die den Herzmuskel stärken.

Leider sind Medikamente nicht ohne Nebenwirkungen zu haben. Für Patienten mit einer Herzinsuffizienz ist zum Beispiel das ständige Wasserlassen auf Grund der Wassertablette sehr lästig. Aber ohne geht es meist nicht! Denn nur so kann die Flüssigkeit im Körper reduziert werden. Die das Herz stärkenden Medikamente wie zum Beispiel Betablocker oder ACE-Hemmer stärken nicht nur den Herzmuskel, sondern senken auch den Blutdruck – da kann es dem Patienten schon mal schwindelig werden.

Für die Betroffenen gibt es ein paar wichtige Regeln:
• Die verordneten Medikamente sind regelmäßig zu nehmen.
• Regelmäßig morgens wiegen! Flüssigkeitseinlagerungen zeigen sich durch sprunghafte Gewichtsanstiege, in diesem Fall sollten Sie unsere Praxis kontaktieren.
• Die Kontrolluntersuchungen in der Hausarztpraxis regelmäßig vereinbaren; dabei auch über Nebenwirkungen berichten.
• Die – meist jährliche – Kontrolle beim Kardiologen nicht versäumen.
• Sie müssen möglichst auf Salz in der Ernährung verzichten, denn Salz bindet Flüssigkeit im Körper.
• Die Trinkmenge sollte nicht mehr als 1,5 – 2 Liter täglich betragen.
• Alkohol ist möglichst zu meiden, denn er schwächt Muskelzellen.
• Körperliche Belastungen sind in der Akutphase der Erkrankung zu meiden.
• Auf Dauer ist moderates körperliches Training angesagt (z.B. jeden Tag 30 Minuten bewegen).
• Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen etc. sind möglichst optimal zu behandeln, um weitere Schädigungen zu verhindern.
• Zur Unterstützung gibt es übrigens verschiedene naturheilkundliche Medikamente und Verfahren. Bei manchen Patienten können sie die Medikamentendosis reduzieren, aber ersetzen können sie diese in der Regel nicht!!!