Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Ja, jetzt fängt es wieder an: in Bus und Bahn, in der Schule, im Kindergarten, im Supermarkt oder an der Arbeitsstelle, überall, wo viele Menschen zusammen kommen, wird in der kalten Jahreszeit gehustet, geschnupft … und Bazillen verschleudert.

Natürlich sollte man im Vorfeld etwas dagegen tun und die Abwehr steigern! Regelmäßige Bewegung, frische Luft und gesunde Ernährung (täglich Gemüse und Obst) sind jetzt besonders gefragt. Die einen oder anderen benötigen stärkere Hilfen, vielleicht eine Eigenblutserie, orthomolekulare Präparate oder einen speziellen Aufbau der Schleimhautabwehr z.B. über den Darm. Infektgefährdete Menschen können sich mit Hilfe der Grippeimpfung wenigstens die Influenza vom Leibe halten. Lassen Sie sich individuell von uns beraten.

Aber was tut man eigentlich, wenn der Hals schon kratzt, das Schlucken schmerzhaft wird, oder der Kopf brummt?

Wichtig ist zu erst einmal, die Anfangssymptome nicht zu übergehen. Denn gerade, wenn wir rechtzeitig reagieren, haben wir die besten Chancen, die Erkältung schnell wieder in den Griff zu bekommen. Die meisten unserer Erkältungen sind Viruserkrankungen, so dass eine Steigerung der Abwehrkraft gerade ganz zu Beginn einer Erkrankung erfolgreich ist. Homöopathische oder pflanzliche Medikamente (wie Ecchinacin oder Grippheel) können hier sehr hilfreich sein, genauso wie hoch dosierte Vitamine. Um den Verlauf einer Erkältung abzukürzen, sind aber auch hoch dosierte Vitaminpräparate (z.B. Orthomed Produkte), orthomolekulare Medizin oder Vitamin C Infusionen möglich.

Die gängigen schleimlösenden Mittel, egal ob pflanzlich oder chemisch, heilen nicht, aber sie erleichtern das Abhusten oder lassen den Schnupfen flüssiger werden. Manche Substanzen haben auch eine desinfizierende Wirkung. So kann der Körper sich schneller selber helfen und die angegriffenen Schleimhäute von Bronchien oder Nasennebenhöhlen regenerieren. Sowohl bei Husten als auch bei Schnupfen ist das Inhalieren von warmen Dämpfen hilfreich. Allerdings seien Sie bitte vorsichtig mit ätherischen Ölen. Manche sind sehr scharf und reizen die Schleimhäute eher zusätzlich, Kamille trocknet zu sehr aus, es reicht meist eine Salzlösung (1-2 Esslöffel Salz pro Liter Wasser)

Wenn der Schnupfen ganz fest sitzt, oder wenn Sie zu Nasennebenhöhlenentzündungen neigen, sollten Sie auch abschwellende Nasensprays benutzen, um die Verbindungskanäle zwischen Nasenrachenraum und Nebenhöhlen sowie Mittelohr wieder frei zu machen. Ansonsten kann es dort zu einem Sekretstau mit folgender Nebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung kommen. Allerdings sollte man diese Medikamente nicht langfristig anwenden, da sie die Schleimhaut austrocknen und zu Nasenbluten führen können. Nasenspülungen mit Salzwasser wirken lindernd. Bei Nasennebenhöhlenentzündungen erweisen sich Akupunktur und Eigenbluttherapie ebenfalls als sehr hilfreich.

Schmerzen im Hals und Rachen reagieren meist auf das Gurgeln oder Einsprühen mit desinfizierenden Lösungen. Wer den bitteren Geschmack nicht scheut, kann auch Salbei – Tee verwenden. Eine schnellere Regeneration der Schleimhaut erreicht man mit dem Lutschen von homöopathischen Mitteln. Bei starken Schmerzen sind auch Tabletten mit Lokalanästhetika erhältlich. Aber Vorsicht, sie dämpfen nur den Schmerz! Meist ist dann doch eine Kontrolle in der Praxis angezeigt, um zu sehen, ob eine eitrige Halsentzündung vorliegt.

Bei Heiserkeit ist das Schonen der Stimmbänder vordringlich, sonst kommt es leicht zu einer Überreizung und die Patienten entwickeln eine chronische Heiserkeit. Beim Lutschen erreichen die Wirkstoffe nicht die Stimmbänder, inhalieren mit Salzlösung hilft.

Für Husten stehen eine Menge verschiedener pflanzlicher Präparate zur Verfügung, die unterschiedlich eher schleimlösend, reizmildernd oder desinfizierend wirken. Manchmal muss – bei aller Liebe zu den Naturheilmitteln – der Husten nachts mit einem (verschreibungspflichtigen) Kodeinpräparat gestillt werden. Denn nur, wenn der Patient genügend Schlaf bekommt, ist sein Immunsystem auch ausgeschlafen genug, um einem Erkältungsvirus Einhalt zu gebieten.

Und wenn es gar nicht besser wird? Wenn Fieber dazu kommt oder massive Schmerzen?

Bei anhaltend hohem Fieber über 38 °C, starken Schmerzen, Schmerzen und Hustenreiz beim Atmen, stark gefärbtem Auswurf, Atemnot und über eine Woche anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Termin in der Praxis zur Untersuchung vereinbaren. Dann muss vielleicht doch ein Antibiotikum gegeben werden, oder es sind weitere Abklärungen wie Blutentnahme, Lungenfunktionstest oder Röntgen der Lunge erforderlich. Hoffentlich können wir das zusammen aber vermeiden!