Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Lebererkrankungen

Dass die Leber ein wichtiges Entgiftungs-Organ ist, wissen vermutlich viele Menschen. Aber was macht die Leber genau? Kann man sie spüren? Welche Beschwerden kann sie verursachen?

Die Leber ist eines unserer größten inneren Organe. Sie liegt im rechten Oberbauch und wiegt bei Erwachsenen 1,5 bis 2 kg. Die Leber ist sehr gut durchblutet und zuständig für eine ganze Vielfalt von verschiedenen Aufgaben.

Die bekannteste Leberfunktion ist die Entgiftung. Fremdstoffe, die wir mit der Nahrung aufnehmen, gelangen vom Darm über die Blutbahn direkt in die Leber. Dort versucht der Körper diese Stoffe enzymatisch in Baustoffe umzuwandeln, die der Körper verwerten kann oder aber sie so abzubauen, dass die Stoffe gefahrlos ausgeschieden werden können. Die Leber ist daneben die Produktionsstätte vieler lebenswichtiger Eiweißmoleküle (z.B. Gerinnungsfaktoren), von Kohlenhydraten und Fetten. Außerdem speichert unser Körper schnell verfügbare Energiereserven – das Glykogen – in der Leber, genauso übrigens wie Vitamine und Spurenelemente.

Durch Lebererkrankungen können diese Aufgaben der Leber gestört werden. Die wohl bekanntesten Lebererkrankungen sind Entzündungen (verschiedene Formen der Hepatitis), die Fettleber und (als Folge langbestehender irreversibler Leberbelastungen) die Leberzirrhose.

Ursache einer Hepatitis sind meist Infektionen mit Viren. Bekannt sind die Hepatitis-Viren A, B und C. Während die Hepatitis A durch verunreinigte Lebensmittel übertragen wird, werden die Hepatitis B und C über Blutprodukte, Körperflüssigkeiten, auch durch sexuellen Verkehr, übertragen. Die Hepatitis A ist unangenehm aber nicht lebensbedrohlich und heilt aus führt also nicht zu chronischen Schäden. Hepatitis B und C können hingegen chronisch werden und einen Verlauf bis hin zum Versagen des Organs nehmen. Schützen kann man ich vor solchen Erkrankungen durch Hygiene (vor allem in Ländern mit geringem hygienischen Standard: gekochte Lebensmittel), durch Impfungen (Hepatitis A und B) und durch Ansteckungsschutz (Hepatitis B und C kein Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten).

Die Fettleber ist bei uns wohl die häufigste Erkrankung der Leber. Dabei werden Fette in den Leberzellen deponiert, weil sie durch ein Überangebot nicht weiter umgebaut und abtransportiert werden können. Als Ursache kommen unterschiedliche Ernährungsfehler in Betracht: eine überkalorische Ernährung über längere Zeit oder zu viel Alkohol.

Die Leberzirrhose ist das Endstadium bestimmter fortgeschrittener Lebererkrankungen. Dabei sind ein großer Teil der Leberzellen untergegangen und das Organ kann seinen Aufgaben im Stoffwechsel kaum noch nachkommen. Eine Zirrhose ist chronisch und kann tödlich enden.

Die körperlichen Symptome von Lebererkrankungen sind extrem unspezifisch: vielleicht Völlegefühl, Blähungen, Abgeschlagenheit. Echte Schmerzen gibt es bei diesem Organ kaum. Meist ahnen die Betroffenen lange nichts von ihrer Erkrankung. Erst wenn im Blutbild auffällige Leberwerte zu finden sind oder der Ultraschall eine veränderte Leberstruktur zeigt, werden wir aufmerksam.

Die klassische Behandlung einer chronischen virusbedingten Hepatitis B oder C umfasst eine Kombination von Medikamenten (u.a. Interferone), die über eine längere Zeit eingenommen bzw. gespritzt werden müssen und die durchaus auch Nebenwirkungen haben. Allerdings gelangt mit ihnen oft die Elimination des Virus. Die Gefahr einer Zirrhose ist dann ausgeschaltet.

Die Fettleber oder „Steatosis hepatis“ ist eine typische Zivilisationskrankheit, zu viel Kalorien in Form von Fetten aber auch Zuckern oder zu viel Alkohol sind meist die Ursache (wobei die Verträglichkeit sehr unterschiedlich sein kann). Die positive Nachricht für alle Betroffenen: Die Einlagerung von Fetten in Leberzellen ist reversibel! Daher ist die wichtigste Therapie-Massnahme die Umstellung der Ernährung! Eine gesunde, gemüsereiche Mischkost mit wenig tierischen Fetten, der Verzicht auf Alkohol und ein angepasstes Kalorienangebot führen zu einer Regeneration der Leber, die Leberwerte erholen sich und die Fetteinlagerungen werden abgebaut. Natürlich benötigt dieser Prozess Zeit.

Zur Unterstützung der Regeneration gibt es im Bereich der Naturheilverfahren verschiedene Methoden. Medikamente wie die Mariendistel, oder auch ausleitende Medikamente aus dem Bereich der Homöopathie unterstützen den Körper beim Abbau und der Ausscheidung von Giftstoffen und wirken so Leber entlastend. Häufig werden sie in Form von Infusionen verabreicht. Ein besonderes Therapieverfahren sowohl für die Anregung der Entgiftung als aauch bei der Behandlung von entzündlichen Veränderungen ist die sog. große Eigenblutbehandlung mit Ozon. Weltweit belegen hier Studien ihre Wirkung bei der Behandlung von Lebererkrankungen.