Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Natürlich durch die Wechseljahre

Eine Frage der Lebensqualität

Grundsätzlich sind die Wechseljahre ein natürlicher und kein krankhafter Abschnitt im Leben jeder Frau. Die damit oft verbundenen Beschwerden können jedoch die individuelle Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Diese Beschwerden können heute alternativ zu Hormonpräparaten auch mit anderen Verfahren gut behandelt werden.

Viele Frauen sind jedoch zunehmend verunsichert durch Meldungen über Nebenwirkungen und gesundheitliche Gefahren durch Hormoneinnahme im Klimakterium. Auslöser sind Meldungen über Studien in den USA, die wegen einer vermuteten Zunahme von Herzinfarkten und Schlaganfällen und gleichzeitiger Steigerung des Karzinomrisikos in der Gruppe der Patientinnen mit Hormoneinnahme vorzeitig abgebrochen wurden. Die tatsächliche Risikolage ist über die Medienberichte nur sehr ungenau zu beurteilen, und viele Frauen suchen nach alternativen Wegen der Behandlung aufgetretener Wechseljahrsbeschwerden.

Was geschieht in den Wechseljahren? Ab Mitte vierzig reduziert der Körper nach und nach die Hormonproduktion. Der Östrogenmangel bewirkt eine Gegenregulation der Hirnanhangdrüse, welche die Hormonproduktion wieder anregt. Der gesamte Hormonhaushalt des Körpers gerät für eine Zeit aus dem Gleichgewicht, er schwankt mehr oder weniger stark. Diese wiederholten Wechsel klingen wieder ab, wenn der Körper sein Gleichgewicht gefunden hat, was jedoch einige Jahre dauern kann. Obwohl es sich dabei um einen normalen und natürlichen Vorgang handelt, kommt es während einiger Zeit zu einer Vielzahl von Auswirkungen im Körper, die recht unangenehm sein können. Diese „typischen Wechseljahrsbeschwerden“ sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Unruhegefühle, Schlafstörungen, vermehrte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Lustlosigkeit, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, und Herzjagen. Außerdem vermindert sich die Spannkraft der Haut, was zu zunehmender Faltenbildung führt, eine Trockenheit der Schleimhäute kann Schwierigkeiten im Sexualleben verursachen, eventuell tritt eine Blasenschwäche auf, auch bauen die Knochen sich langsam ab.

Obwohl diese Beschwerden zum Glück nicht alle zusammen auftreten müssen und es große individuelle Unterschiede gibt, können Aktivität, Wohlbefinden und Lebensfreude erheblich beeinträchtigt sein. Kann auch ohne oder mit kürzerer, geringerer dosierter Einnahme von Medikamenten das hormonelle Gleichgewicht sanft einreguliert und eine neue Balance gefunden werden? Im Bereich der klassischen Naturheilverfahren existieren sehr bewährte Verfahren, hier zu helfen.

Basis jeder Besserung sind zunächst gesunde Ernährung, regelmäßigere körperliche Bewegung und ausreichende Entspannung. Das heißt im einzelnen: eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen, Vitaminen und Spurenelementen sowie Calcium und Vitamin D, um der Osteoporose vorzubeugen, Verzicht auf bestimmte Teesorten und „hitzenden“ Kaffee und Reduktion des Alkoholkonsums, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Vermeiden von übermäßigen Sonnenbädern (um die Hautalterung nicht noch zu beschleunigen), sowie viel Bewegung an der frischen Luft, um den Kreislauf in Schwung zu halten, die Muskulatur zu trainieren und Osteoporose vorzubeugen, und als wichtiges Element das regelmäßige Einplanen von ausreichend Entspannung zum Ausgleich für die täglichen Belastungen. Auch neue und positive Ziele in ihrem Leben können in diesem Lebensabschnitt bereits viel bewirken.

Hinzu kommen die Möglichkeiten einer differenziert auf die jeweiligen Beschwerden zugeschnittenen naturheilkundlichen Behandlung. Sehr wichtig ist hier die homöopathische Therapie, die je nach Stärke der Beschwerden in Tropfen oder Tablettenform, als modifizierte Eigenbluttherapie oder Infusionstherapie durchgeführt werden kann.

Bei intensiveren Beschwerden oder nach Beenden einer Hormontherapie ist eine Infusions- oder Eigenbluttherapie sinnvoll. Durch individuelles Anpassen der Therapie können alle üblichen Wechseljahrsbeschwerden gut beeinflusst werden. Sehr gut ergänzen lässt sich dies durch die Akupunktur, mit der man Hitzewallungen, Kopfschmerzen, allgemeine Gereiztheit behandeln kann. Sehr gute Ergebnisse lassen sich auch durch kombinierte Akupunktur und Kräutertherapie nach den Regeln der traditionellen Chinesischen Medizin erzielen. Diese Methode eignet sich besonders, um neben der Reduktion der lästigen Wechseljahrsbeschwerden die Gesamtkonstitution zu stärken, d.h. diese Therapie unterstützt und erhält Ihre Leistungsfähigkeit, Energie und Konzentration in Familie oder Beruf und hilft, individuelle Ziele ins Auge zu fassen und zu verwirklichen.

Wenn Antriebslosigkeit, Nervosität und eventuell depressive Verstimmungen auftreten, eignen sich entspannende Verfahren wie eine Hypnosetherapie sowie begleitende Gespräche, um mit dem Wandel der persönlichen Lebenssituation besser umgehen zu können und neue Ziele für sich zu finden.

Wechseljahre sind nicht nur eine Zeit lästiger Beschwerden, diese Umstellung kann auch als Chance genutzt werden, um sich nach und nach neue, selbst gewählte Aufgaben und Ziele zu setzen und eine neue Perspektive zu entwickeln. Die Naturheilverfahren können Ihnen dabei helfen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, beraten wir Sie gerne individuell. Bitte sprechen Sie uns an.