Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Schilddrüse

Schilddrüse, ja davon hat man schon gehört, vermutlich im Verwandten- oder Freundeskreis, irgendwelche Unter- oder Überfunktionen…. Aber so genau, weiss man es dann doch nicht. Klar, Schilddrüsen Erkrankungen sind meist nicht spektakulär lebensgefährlich, trotzdem können sie die Betroffenen doch stark beeinflussen.

Um Schilddrüsen Erkrankungen, deren Symptome und Behandlungsstrategien zu verstehen, muss man sich zunächst einmal vor Augen halten, was für ein Organ die Schilddrüse ist und welche Aufgaben sie hat. Die Schilddrüse liegt vor bzw. unter dem Kehlkopf. Normalerweise kann man sie nicht sehen, d.h. der Hals weist keine Schwellung auf. Als „Drüse“ gibt sie spezifische Stoffe, die Schilddrüsenhormone, in das Blut ab. Diese Hormone werden in den verschiedenen Geweben in die Zellen aufgenommen und regeln dort den Energiehaushalt. Für eine ausgeglichene Schilddrüsenfunktion ist ein ausgeglichener Mineralien Haushalt wichtig. Von der Bedeutung des Jod haben die meisten Menschen in Deutschland schon gehört. Da wir früher ein ausgesprochenes Jodmangel Gebiet waren, gab es schon immer Schilddrüsenerkrankungen. Seit vielen Jahren wird das normale Speisesalz mit Jod versetzt und wir Ärzte raten wegen des Jodgehaltes (aber auch des Gehaltes an omega 3 Fettsäuren) zum Verzehr von Meeres Fisch.

Alle Erkrankungen der Schilddrüse können so einfach aber nicht verhindert werden. Es gibt Überfunktionen, z.B. den Morbus Basedow, Knoten in der Schilddrüse mit oder ohne Hormon Bildung und Unterfunktionen.

Nicht selten finden wir eine Entzündung der Schilddrüse, ausgelöst durch ein Autoimmungeschehen. Der Körper entwickelt dabei Antikörper, die sich gegen die eigenen Zellen richten. Die Symptome einer solchen „Thyreoiditis“ können völlig unterschiedlich sein. Da die Schilddrüse zunächst noch gespeichertes Schilddrüsenhormon an das Blut abgeben kann, kann am Anfang der Erkrankung eine Überfunktion, ein zuviel an Schilddrüsenhormon stehen, während sich im Verlauf der Erkrankung eine Unterfunktion entwickelt. Also können die Symptome von innerer Unruhe, Schlafstörungen und Herzrasen bis zu Mattigkeit, Müdigkeit und Gewichtszunahme variieren.

Aufschluss , ob die Schilddrüse erkrankt ist und wenn ja, welche Erkrankung vorliegt, gibt uns ein Puzzle aus körperlicher Untersuchung, Untersuchung der Blutwerte, Ultraschall und ggf. Szintigraphie (eine Kontrastmitteldarstellung). Dazu gehört natürlich immer die Krankheitsgeschichte, d.h. wie fühlt sich der Patient, welche Beschwerden hat er und seit wann.

Wenn dann klar ist, welche Erkrankung genau vorliegt, muss sie auch spezifisch therapiert werden. Bei Unterfunktionen greift man oft zu Hormontabletten. Aber keine Angst, anders als andere Hormone wie die Pille, sind die Hormone der Schilddrüsentabletten genau gebaut wie unsere eigenen Hormone. Zusätzlich kann die Gabe von Mineralstoffen, angefangen mit Jodid über Eisen und Selen, günstig sein.

Bei schweren Überfunktionen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man Medikamente einsetzen, die die Schilddrüse blockieren, oder es wird eine Therapie mit radioaktivem Jod durchgeführt. Letztendlich ist auch die Operation der Schilddrüse eine Möglichkeit. Zur Operation rät man auch, wenn eine Schilddrüse so viele Knoten besitzt, dass man nicht mehr sicher entscheiden kann , ob noch alle gutartig sind.