Dr. med. Karin Schüllermann
Bettina Scholz
Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren

Informationen zur Impfung gegen Covid-19

_(Stand 19.1.2021)
Quellen: STIKO, Paul-Ehrlich Institut, RKI, Kassenärztliche Bundesvereinigung 

Die Zulassung des neuen Impfstoffes von BioNtec/Pfitzer erfolgte am 21.12.2020 durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Seit dem 27.12.2020 wird in Deutschland geimpft. Der Impfstoff der Firma Moderna ist seit dem 6. Januar 2021 in der EU zugelassen.

Was ist Covid-19?

Es ist eine Erkrankung der Atemwege, ausgelöst durch den SARS- CoV-2-Erreger. Es gibt Verläufe ohne Symptome und welche mit leichten Symptomen, ähnlich denen bei einem grippalen Infekt. Bei höherem Alter und dem Vorliegen einer Grunderkrankung werden gehäuft schwere Verläufe beobachtet. Dabei leiden die Erkrankten nicht nur an Husten, sondern auch unter schwerer Atemnot. Sie müssen künstlich beatmet und auf einer Intensivstation versorgt werden, da auch weitere Organsysteme betroffen sind. In nicht wenigen Fällen verläuft die Erkrankung dann auch tödlich.
Über Spätfolgen wie Luftnot, Muskelschmerzen, Gedächtnisstörungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit berichten auch Patient*innen, die einen milden Krankheitsverlauf hatten.
Die Ansteckung erfolgt vor allem über Aerosole von Mensch zu Mensch. Schon vor Ausbruch von Symptomen ist die infizierte Person ansteckend.
Die Symptome sind sehr vielfältig und unterschiedlich ausgeprägt. Folgende Symptome wurden sehr häufig beobachtet: Fieber, Schnupfen, trockener anhaltender Husten, Atemnot, Müdigkeit sowie eine Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns.
Weitere Symptome sind: Hals- und Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Bindehautentzündung, Gefäßverschlüsse in den Venen oder auch in den Arterien (Schlaganfall, Herzinfarkt, etc.).
Bei einem Großteil der Infizierten verläuft die Erkrankung nur mit milden Symptomen. Höheres Lebensalter und Vorerkrankungen, insbesondere des Herz-Kreislaufsystems (hoher Blutdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt) und des Stoffwechsels (Diabetes) erhöhen das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs.

Von den unter 60-Jährigen müssen nur 5% stationär versorgt werden, von den über 80-Jährigen fast 30%.
87% der an Covid-19 Verstorben sind älter als 70 Jahre gewesen.

Warum soll man sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Bis Mitte Dezember sind in Deutschland über 1,3 Millionen Menschen an COVID-19 erkrankt, über 22.000 Menschen sind daran verstorben. Es gibt aktuell keine Medikamente gegen diese Erkrankung, die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Welche Impfstoffe gibt es?

Aktuell sind die Impfstoffe der Firmen BioNTech/Pfitzer und Moderna zugelassen. Dabei handelt es sich um sog. mRNA-Impfstoffe.

Bei jeder Virus-Infektion, die durch RNA Viren (dies sind z.B. viele Erkältungsviren) übertragen wird, dringt die m-RNA in menschliche Zellen ein und regt dort die eigene Vermehrung an. Die körpereigene Abwehr erkennt diese „neuen“ Eiweiße als fremd und regt eine Immunabwehr an.

Das menschliche Erbgut wird dabei NICHT verändert.

Bei der Impfung gegen Covid-19 macht man sich diesen Mechanismus zu Nutze.

Beim Impfstoff gegen Covid-19 handelt es sich nur um einen Teil der Virus mRNA, und zwar um die Oberflächeneiweiße (die sog. Spikes) des Corona Virus. Diese mRNA wird dafür in eine Fetthülle gepackt und in den Muskel gespritzt. Dort dringt sie in Muskelzellen ein und regt die Vermehrung an. Die Abwehrzellen erkennen die fremden Eiweiße und produzieren daraufhin Antikörper. Diese schützen vor einer Infektion mit Covid-19, wahrscheinlich auch vor den mutierten Varianten.

_Welche Reaktionen können nach der Impfung auftreten? _

Der jetzt zugelassene Impfstoff wurde an 22.000 Menschen getestet. Da nur ein kleiner Teil des Virus verwendet wird, ist nicht mit einer Infektion zu rechnen. Es kann aber zu Reaktionen kommen, die auch nach anderen Impfungen auftreten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen lokale Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle (bei ca. 80%). Über Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit klagte etwa die Hälfte der Geimpften. Fieber trat bei ca. 8-15% auf, Muskelschmerzen bei ca. 20%. Insgesamt bestanden diese Beschwerden für 1-3 Tage und waren bei der 2. Impfung weniger häufig. Ältere Menschen gaben die unerwünschten Beschwerden seltener an als jüngere.

In einigen Fällen kam es zu allergischen Reaktionen, die aber alle gut zu beherrschen waren. Patient*innen, bei denen schwere Allergien mit „anaphylaktischen Reaktionen“ bekannt sind, müssen dies dem Impfteam unbedingt mitteilen.

Über mögliche Langzeitfolgen kann man bisher noch keine Auskunft geben, da der Impfstoff erst seit dem Jahr 2020 eingesetzt wird.

Wer soll nun geimpft werden?

Zunächst werden die Personen geimpft, die ein sehr großes Risiko haben, einen schweren Verlauf von Covid-19 zu erleiden. Dies sind Personen, die älter als 80 Jahre sind und/oder Vorerkrankungen haben und in Wohn- und Pflegeeinrichtungen untergebracht sind. Auch das Personal, das in diesen Institutionen arbeitet, ist besonders gefährdet, sich anzustecken oder die Erkrankung weiterzugeben. Außerdem soll das Personal auf den Intensivstationen, im Rettungsdienst etc. geimpft werden.

_Wie und wo wird geimpft? _

Es werden 2 Impfungen benötigt, im Abstand von 21-28 Tagen.

Mit einer Schutzwirkung ist frühestens ab dem 7. Tag nach der 2. Impfung zu rechnen. Je nach Impfstoff wird damit gerechten, dass 60-90% der Geimpften einen Impfschutz gegen Covid-19 haben.

Möglicherweise können Geimpfte Covid-19 übertragen ohne selber zu erkranken. Deswegen gelten weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln, um nicht Geimpfte zu schützen.

Die Impfung wird zunächst in den Impfzentren angeboten, außerdem gibt es mobile Einsatzteams in den Pflegeheimen.

Die Impfung ist kostenlos.

Das Impfzentrum für Patient*innen aus dem Kreis Offenbach befindet sich in Heusenstamm:

Campus Heusenstamm Rhein-Main
Jahnstrasse 64
63150 Heusenstamm

Wichtige Informationen werden auch von der Landesregierung und dem hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) zur Verfügung gestellt.
Telefon: 0800-555-4666 oder www.corona.hessen.de.

Informationen durch das Bundesministerium für Gesundheit:

http:// www.zusammengegencorona.de

Informationen der Ständigen Impfkomission:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Impfempfehlung-Zusfassung.html

Das Aufklärungsschreiben zur Impfung durch das RKI finden Sie HIER:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/COVID-19-Aufklaerungsbogen-Tab.html

Im Folgenden findet sich die

Bundesweite Einteilung der Priorisierungsgruppen laut Impfverordnung (Quelle: HMSI, 29.12.2020)

A. Schutzimpfungen mit höchster Priorität (§ 2 ImpfVO) • Personen ab dem 80. Lebensjahr • Personen in Alten- und Altenpflegeeinrichtungen (Mitarbeiter und Bewohner) • Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Covid-19-Expositionsrisiko (insb. Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste) • Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen, in denen Personen behandelt werden, bei denen eine Covid-19-Infektion schwere bzw. tödliche Verläufe erwarten lässt (insb. Hämato-Onkologie, Transplantationsmedizin)
B. Schutzimpfungen mit hoher Priorität (§ 3 ImpfVO) • Personen ab dem 70. Lebensjahr • Personen mit besonderem Risiko eines schweren oder tödlichen Infektionsverlaufs (Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung und Organtransplantierte) • Personen in Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften • Personen, die im ÖGD oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind
C. Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität (§ 4 ImpfVO) • Personen ab dem 60. Lebensjahr • Personen, bei denen aufgrund einer bestimmten chronischen Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, welches keine Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut • Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, in den Parlamenten und in der Justiz, • Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, Ernährungs- und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen, • Personen, die als Erzieher oder Lehrer tätig sind, • Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen, insbesondere Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder der Fleischverarbeitenden Industrie, • Personen, die im Einzelhandel tätig sind.